OptoNet MASTER+ Signet

Firmenbingo

Bei jeder Mastertour spielen die Teilnehmer Firmenbingo, um sich auf die nächste Tour vorzubereiten. Dabei ziehen sie Fotos von Produkten unserer Partnerfirmen, die zur nächsten Mastertour eingeladen sind, recherchieren diese im Internet und schreiben einen kurzen Blogartikel über das Produkt und das dazugehörige Unternehmen. Wer das Firmenbingo richtig und schnell löst, bekommt Punkte auf sein Konto gutgeschrieben:

1. Platz: 20 Punkte
2. Platz: 18 Punkte
3. Platz: 16 Punkte

4. Platz: 13 Punkte
5. Platz: 12 Punkte
6. Platz: 11 Punkte

15. Platz: 2 Punkte

Das Kleinste im Blick – Indigo Optical Systems

Firmenlogo von Indigo Optical Systems zu finden auf https://indigo-optics.com/

Mehr Daten schneller verarbeiten mit immer kleiner werdenden Sensoren. Dieser Trend birgt eine gewaltige Herausforderung an die Halbleiterindustrie. Beispielsweise werden seit 2014 Transistoren und Leiterbahnen mit der 14-nm-Technologie in Masse angefertigt. Solch mikroskopisch kleine Strukturen erfordern sehr sensible Diagnosegeräte zur Analyse und der Sicherung der Qualität. Aufgrund der Beugungsgrenze sind auf Licht basierende Messinstrumente nicht geeignet – sie können die hohen Frequenzen nicht auflösen. Die Lösung liegt in der Nutzbarmachung von extrem ultravioletter Strahlung (XUV) und weicher Röntgenstrahlung (SXR). Wegen der sehr kurzen Wellenlängen können viel kleinere Strukturen räumlich aufgelöst werden. Da herkömmliche Spiegel oder Linsen aber nicht in der Lage sind diese hochfrequente Strahlung zu brechen, ist die Handhabung sehr komplex und die Bauteile entsprechend teuer.

Um der Nachfrage nach hoch spezialisierter Messtechnik zu begegnen, hat sich die Indigo Optical Systems aus der Friedrich-Schiller-Universität ausgegründet. Seit Juni 2017 ist das kleine Unternehmen als GmbH im Handelsregister in Jena eingetragen. Das Spezialgebiet sind Lösungen für die Spektroskopie und Spektrometrie, sowie die Bildgebung mit Röntgen- und Ultravioletter Strahlung. Um die Wellenlänge einordnen zu können, ist in der folgenden Abbildung der Ausschnitt des Spektrums elektromagnetischer Strahlung zu sehen. Der rötlich eingefärbte Wellenlängen-Bereich von etwa 0,5 – 10 nm und von 10 – 100 nm entspricht der sogenannten weichen Röntgen-Strahlung, sowie der extremen Ultraviolettstrahlung. In diesem spektralen Bereich operieren die Spektrometer des Unternehmens.

Zu den Kunden zählen mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden und der Friedrich-Schiller-Universität gerade Forschungseinrichtungen. Weil wieder vermehrt Hersteller von Elektronikbauteilen ihre Produktionsstätten nach Europa verlagern, ist es auch gut möglich, dass in naher Zukunft Kunden in der Elektronikindustrie bei Indigo Optical Systems nach maßgeschneiderten Lösungen fragen werden.

VON ››

IN ›› Firmenbingo

BATOP GmbH – Internationalität in Jena

In Abbildung 1 ist das von mir zu unserem ersten Firmenbingo gezogene Bild zu sehen. Nach einem kleinen Tipp von Peggy gelangte ich bei meiner Suche auf die Seite der BATOP GmbH. Dabei handelt es sich um ein 2003 gegründetes Unternehmen mit stark internationaler Ausrichtung: ca. 95% der Kunden sitzen im Ausland.
Ihre Expertise liegt vor allem im Bereich der Molekularstrahlepitaxie, einem Verfahren der physikalischen Gasphasenabscheidung zur Herstellung dünner kristalliner Schichten, für nichtlinear-optischer Halbleiterbauelemente für Laser. Daneben stellt BATOP z.B. auch fotoleitende Antennen für Terahertz-Anwendungen, Terahertz-Spektrometer und Mikrochip-Laser her.

Doch worum handelt es sich auf dem Bild?

Die Abbildung zeigt verschiedene sättigbare Absorber. Sie besitzen je nach einfallender Intensität einen unterschiedlichen Absorptionskoeffizienten. Mit ihnen lassen sich beispielsweise sättigbare Absorberspiegel (Saturable Absorber Mirror- SAM) herstellen. Diese können als Endspiegel in Laserresonatoren genutzt werden.
Pulse mit niedriger Intensität werden dabei vom sättigbaren Absorber absorbiert. Erreicht die Intensität eines Pulses im Laserresonator jedoch einen bestimmten Schwellenwert, so sinkt das Absorptionsvermögen.  Der Puls gelangt bis zum Spiegel, wird dort reflektiert und kann so weiterhin im Resonator oszillieren.

Abbildung 1: Sättigbare Absorber (Bildquelle: https://www.batop.de)

Abbildung 1: Sättigbare Absorber (Bildquelle: https://www.batop.de)

VON ››

IN ›› Firmenbingo

Die Geschichte des Glasgob

In meiner Kugel beim Firmenbingo versteckte sich ein Glasgob, die Grundlage für viele Produkte von Docter Optics SE. Das 1984 in Wetzlar gegründete Unternehmen hat jetzt seit über zwanzig Jahren seinen Hauptsitz  in Neustadt an der Orla und stellt verschiedenste Produkte aus optischem Glas und Kunststoff her. Aus Gob werden Linsen, Prismen, Arrays u.a. ohne erforderliche Nachbearbeitungsschritte wie Schleifen oder Polieren gefertigt. Docter Optics stellt Produkte für LED-Beleuchtungen und optronische Systeme her und arbeitet dabei von der Medizin- und Analysentechnik bis zur Automobilindustrie mit Firmen weltweit zusammen. Dabei bieten sie außerdem Design von Optik und Mechanik, Beschichtungen, Werkzeugentwicklung und Messverfahren an.

Vergangenes Jahr konnten sie als Lieferant von Glaslinsenarrays für Analysegeräte in der Medizintechnik, ihren Beitrag zu Corona-Schnelltest leisten.

 

VON ››

IN ›› Firmenbingo

Enjoy biometrics with JENETRIC!

Das erste Firmenbingo des Jahres bescherte mir ein sehr dankbares Bilderrätsel. Im Kugelinhalt befand sich eine Darstellung von verschiedenen Fingerabdruckscanner, solche Produkte wie sie die JENETRIC GmbH herstellt. Das Biometrieunternehmen aus Jena bezeichnet sich selbst als Pionier der digitalen Fingerabdruckscanner. Das Unternehmen wurde 2014 gegründet und produziert verschiedenste Abdruckscanner für vielfältigste Anwendungsgebiete. Sei es zur Kontrolle der Identität einer Person bei der Einreise in andere Länder, bei Abstimmungsprozessen und Wahlen sowie im Bank- oder Gesundheitswesen. Für die Fingerabdruckaufnahme nutzt die JENETRIC GmbH ihre eigens entwickelte e-c-thru Technologie, bei welcher optische TFT-Sensoren (Thin Film Transistor) bestehend aus lichtempfindlichen Pixeln zur Bildaufnahme genutzt werden. Ein Display unterhalb der Sensoren sorgt zudem für eine notwendige Hintergrundbeleuchtung.

VON ››

IN ›› Firmenbingo

Firmenbingo activefiber systems

In dieser Firmenbingo-Runde werde ich die Active Fiber Systems GmbH vorstellen. Auch bei activefiber systems handelt sich es um eine Firma mit Standort in Jena und ist eine Mitgliedsfirma des Kompentenznetzes optonet.
Die activefiber systems GmbH entstand durch eine Ausgliederung aus dem Institut für angewandte Physik der Universität Jena und dem Frauenhofer IOF Jena. Ihre Kernkompetenz liegt bei Entwicklung von Fastkörperlasern.

UP2018 - List of Exhibitors — UP2018

 

Ihre Produktpalette reicht von Hochleistungs-2µm-faserbasierten ultraschnellen Lasersystemen mit einer Pulsenergie von bis zu 2mJ, zu Dualwellenlängen-Picosekunden-Faserlaser für nicht lineare Mikroskopie.

Zusammenfassend kann man über die Active Fiber Systems GmbH sagen, sie ist eine hochspezialisierte und fachlich kompetente Firma, die neueste Innovationen auf ihrem Gebiet entwickelt und vorantreibt. Das kann man auch daran erkennen, dass sie sich zum Ziel setzt, die Leistungsrekorde von Lasersystemen der ortsansässigen Forschungsinstitute anwendbar zu machen.

VON ››

IN ›› Firmenbingo

Was haben Honigwaben und Optik gemeinsam?

In der Kugel, die ich dieses Mal beim Firmenbingo gezogen habe, befand sich ein Bild von einer wabenförmigen schwarzen Struktur. So eine Struktur hatte ich bisher noch nie gesehen, außer vielleicht in Honigwaben, sodass ich die Firma auch nicht kannte. Ich vermutete jedoch, dass diese schwarze Schicht in irgendeiner Form verwendet wird, um Licht zu absorbieren. Bei einem Blick in die Optonet Mitgliederliste entdeckte ich ACM Coatings.

Bildquelle: https://www.acm-coatings.de/produkt/hexa-black-absorbing-sheets/

ACM Coatings GmbH ist eine Tochter der Acktar Ltd. Sie haben sich nicht, wie viele andere Firmen, die optische Beschichtungen herstellen, auf hohe oder besondere Reflexionsgrade spezialisiert, sondern auf schwarz und somit auf Absorption. Sie stellen lichtabsorbierende Folien her und entwickeln tiefschwarze Spezialbeschichtungen. Schwarz findet man überall im Produktportfolio der ACM Coatings GmbH, so bieten sie auch schwarz gefärbte optische Komponenten und Mikroarrays an.

Dies sind ja alles Dinge, die ich schonmal gesehen und benutzt habe, aber was hat es nun mit dieser schwarzen Wabenstruktur auf sich? Warum diese Struktur schwarz ist, leuchtet mir inzwischen ein, aber wofür braucht man sowas und warum ist die Struktur wabenförmig? Diese lichtabsorbierende Wabenstruktur nennt sich Hexa Black und sie dient der Absorption von Streulicht auch bei hohen Einfallswinkeln. Dies ist auf dem Bild zu erkennen. Auch ein schräg einfallender Strahl wird von der Wabenstruktur absorbiert. Bei diesen Waben handelt es sich um beschichtetes Aluminium, das auf die gewünschte Größe zugeschnitten werden kann. Diese Struktur wird von Acktar beispielsweise auch verwendet, um Verlängerungsrohre damit auszurüsten und bei optischen Abbildungen Streulichteinflüsse zu verringern. Die Folie kann außerdem für Strahlfallen verwendet werden.

VON ››

IN ›› Firmenbingo

Wenn mein Raum nur so rein wäre…

Es ist wieder so weit, eine weitere Runde Firmenbingo steht auf dem Programm. Zugleich ist es die letzte Runde für unseren Jahrgang. Wir durften viele verschiedene Unternehmen in und um Jena kennen lernen. Schon bald steht unser Abschlussabend an und auch wir werden in den großen Kreis der Absolventen aufgenommen.

Aber nun zur eigentlichen Aufgabe. Ich habe ein Bild gezogen mit einem unscheinbaren Raum.

Einen solchen Raum haben wir des Öfteren bei unseren Firmenrundgängen gesehen. Zuletzt beispielsweise bei Optics Balzers Jena GmbH oder auch bei dem Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH, um nur zwei Beispiele zu nennen. Es handelt sich um einen Reinraum. Besonders entscheidend sind diese Räume für Produkte, welche bei der Herstellung nicht verschmutzt werden dürfen und unter bestimmten Bedingungen hergestellt werden müssen. Bei der Herstellung von optischen Bauelementen spielt dies eine große Rolle. Durch nur sehr kleine Verschmutzungen können die Produkte gebrauchsunfähig werden. In den Reinräumen können Dinge unter bestimmten Bedingungen hergestellt oder auch getestet werden.

Auf die Herstellung der Reinräume hat sich ein Mitglied von Optonet e.V. spezialisiert. Die Firma nennt sich Cleanroom Competence CRC GmbH. Durch den Fortschritt und der immer höheren Anforderungen an die Optiken gewinnen auch die Reinräume stetig an Bedeutung und werden immer wichtiger.

VON ››

IN ›› Firmenbingo

Wie uns die Maschinen sehen

Beim ersten Blick auf mein Bild des aktuellen Firmenbingo dachte ich sofort an Amazon Prime Air und ihre Lieferdrohnen. War es vielleicht ein Sensorhersteller, der in Zusammenarbeit mit einer Copter-Firma die „Augen“ autonomer Fluggeräte entwickelt? Oder ging es eher um die Elektronik und schnelle Datenverarbeitung zum Erstellen einer virtuellen Umgebung?

Eines war sicher: es musste sich um die optische Sensorik und Hinderniserkennung autonomer Gerätschaften Handeln. Nicht so sicher war, welche Firma hinter dem Bild steht. Nach einigem Suchen fand ich mich auf einer sehr farbenfrohen Homepage mit ständig wechselndem Farbthema wieder: die des Branchenriesen Jenoptik. Allein mit der Produktvielfalt dieser Firma könnte man mehrere Seiten füllen.  In diesem Artikel soll es um die Produkte auf Basis der LiDAR-Technologien gehen.

LiDAR ist die Abkürzung für „Light Detection And Ranging“ und steht für eine ganze Reihe möglicher Messaufgaben. Beispielsweise können Entfernungen mit ein paar Tricks bis auf wenige Nanometer genau gemessen werden. Weiterhin löst die Technologie zunehmend Radar-Geräte zur Geschwindigkeitsmessung ab. Auch ich der Athmosphärenbeobachtung sind LiDAR-Systeme nicht mehr weg zu denken. Mit Raman-LiDAR oder differentiellen absorptions-LiDAR können Physikalische Größen wie Druck und Temperatur, Wolkengröße und -entfernung oder die Konzentration von Wasserdampf und Spurengasen gemessen werden.

Jenoptik entwickelt vorrangig LiDAR-Systeme zur Entfernungsmessung. Vom Diodenlaser über verschiedene Optiken bis zum einbaufertigen Modul ist ein Großteil der Komponenten aus einer Hand. So einfach das Messprinzip hinter den Sensoren ist, so komplex kann es ausgeführt werden. Bei LiDAR wir ein Laserimpuls ausgesendet, der an einer Oberfläche reflektiert und mit einem Sensor gemessen wird. Die Entfernung (d) berechnet sich aus der Lichtgeschwindigkeit (c), dem Brechungsindex des umgebenden Mediums (n) und der vergangenen Zeit (t). Beim so genannten 3D-Flash-LiDAR wird der Laserpuls mit einer speziellen Diffusor-Optik auf den Arbeitsbereich des Empfängers aufgeweitet und die rückgestreute Strahlung mit einem 2-D Sensor-Array erfasst. Die so erhaltenen Abstandsinformationen werden dann in eine virtuelle 3D-Umgebung umgerechnet. Diese Technologie bietet eine höhere Geschwindigkeit zur Objekt- und Hinderniserfassung als Kamerasysteme und eine höhere Detailgenauigkeit als das Radar. 3D-LiDAR Systeme sind damit die Augen vieler vollautomatisierter Prozesse und stellen eine der Schlüsseltechnologien zum autonomen Fahren dar.

Das ist nur ein Teil der LiDAR-Produktpalette von Jenoptik, doch um den Rahmen nicht zu sprengen, beende ich den Artikel hier mit einem bunten Bild.

VON ››

IN ›› Firmenbingo

Hellma Materials GmbH

Im heutigen Firmenbingo habe ich dieses schöne Bild gezogen, hinter dem sich das Unternehmen Hellma verbirgt. Das 1922 gegründete Unternehmen hat sich unter anderem einen Namen durch seine außergewöhnliche Qualität in der Herstellung von Produkten aus Glas, Quarzglas und optischen Kristallen gemacht. Hellma vertreibt aber nicht nur Einzelprodukte, sondern auch Baugruppen und Komplettlösungen für optische Anwendungen im Bereich der Photonik und Analytik.

Die Hellma-Gruppe besitzt drei Fertigungsstätten in Deutschland und eine in den USA. Hinzu kommen noch einige Vertriebstochtergesellschaften in Europa und den USA. Am Standort Jena beschäftigt sich Hellma mit zwei Schwerpunktbereichen. Die Hellma Optik GmbH ist spezialisiert auf die Herstellung von Planoptiken sowie torischen und zylindrischen Optiken, die in der Lasertechnologie und in Bereichen der Photonik und Optikindustrie Anwendung finden.

Das im Firmenbingo gezogene Bild bezieht sich aber auf den zweiten Hellma Standort in Jena, Hellma Materials GmbH, welcher 2010 gegründet wurde. Die über 70 Mitarbeiter beschäftigen sich vorrangig mit der Herstellung hochwertiger synthetischer Kristalle, die unter anderem Anwendung in der Mikrolithographie, der Optik und Lasertechnik finden. In der Abbildung sind Bariumfluoridkristalle zu sehen. Durch ihre hohe Transmission im VIS und IR-Bereich finden sie breitgefächerte Anwendungen für Licht- und Wärmestrahlung. Desweiteren werden in Jena auch Kalziumfluoridkristalle (für Mikrolithographieoptiken), Laserkristalle und Kristalle zur Strahlungsdetektion hergestellt.

Die Herstellung hochreiner Kristalle oder welcher, die gezielt mit Dotierungen versehen sind, können prinzipiell über drei verschiedene Wege stattfinden: der Züchtung aus der Schmelze, aus der Gasphase oder aus der Lösung. Die wohl einfachste Variante ist die Herstellung aus der Lösung, die häufig bei Salzen angewandt wird. Dabei wird die Substanz im Lösungsmittel gelöst. Das Kristallwachstum wird anschließend durch Verdunsten des Lösungsmittels oder Temperaturänderung angeregt.  Die in der Technik verbreitetste Methode ist die Kristallherstellung aus der Schmelze. Hierbei gibt es viele verschiedene Varianten, grundsätzlich ist es aber so, dass die Schmelze durch das langsame Abkühlen kristallisiert. Hierbei kann es bei Verfahren in einem Tiegel zu Verschmutzungen der Schmelze durch Tiegelmaterialien und somit des Kristalls kommen. Diese Gefahr besteht bei tiegelfreien Methoden nicht.

VON ››

IN ›› Firmenbingo

„Wir arbeiten im Schichtbetrieb!“ – Ein Interview der etwas anderen Art

Für das letzte Firmenbingo des MasterPlus-Programms vom Optonet wurde eine Umfrage zum Thema „Alltag im Beschichtungsverfahren“ durchgeführt. Ziel dabei war es, den Prozess aus der Sicht der kleinsten Mitarbeiter der Firma LAYERTEC GmbH kennenzulernen.

Der Schichtleiter äußerte sich zur Frage der Rollenverteilung im Prozess unmissverständlich: „Ohne uns würde der gesamte Prozess nicht funktionieren. Unsere Aufgabe ist essenziell!“ Als nach dem Betriebsklima gefragt wurde, antwortete er nur: „Hier bei uns geht es ziemlich heiß her. Bei um die 150°C – 400°C kann man schnell ins Schwitzen kommen. Für den reibungsfreien Ablauf jedoch nur eine Mindestenergie von 30-50eV aufgebracht werden. Es herrscht also trotzdem ein sehr entspanntes Arbeitsklima unter den Mitarbeitern.“

Da nun die Neugier geweckt war, wurde sich nach dem konkreten Tätigkeitsfeld des Schichtleiters und seiner Kollegen erkundigt. „Wir bilden gemeinsam das Beschichtungsmaterial, das sogenannte Sputtertarget, das als Kathode eingesetzt wird. Das befindet sich im unteren Teil der Beschichtungskammer. Woraus das besteht? Zum Beispiel aus Aluminium mit Zusätzen von Silicium oder Kupfer. Das ist abhängig von den Wünschen des Auftraggebers. Ich habe andere Kollegen aus den Nachbaranlagen kennengelernt, die bestehen zum Teil sogar aus Gold! Was genau damit bezweckt wird? Mit uns werden Substrate beschichtet, damit wir später einmal bspw. Licht- oder Laserstrahlung reflektieren können.

Wie das genau funktioniert? Ich erkläre es Ihnen. Unser Target wird mit positiv geladenen Ionen (bspw. Argonionen oder andere Edelgase) bombardiert, wodurch einige Kollegen von mir abgetragen werden. Das auftreffende Ion muss die schon erwähnte Mindestenergie aufbringen, damit wir uns bewegen. Es überträgt seinen Impuls auf uns und wir lösen dann weitere Stöße mit anderen Kollegen aus. Wenn ein Teil von uns nach mehreren Kollisionen einen Impuls und genügend Energie hat, verlässt dieser Teil das Target. Die Menge von uns Targetatomen, die abgetragen wird ist abhängig von unserem Zusammenhalt, von der Masse der Ionen, dem Masseverhältnis Atom-Ion und davon, wie weit der Energiebetrag über der aufzubringenden Mindestenergie liegt, aber ich schweife ab.

Unser Ziel ist nun die gegenüberliegende Anode im oberen Teil der Kammer, auf der die zu beschichtenden Substrate liegen. Zwischen Kathode und Anode liegt Wechsel- oder Gleichspannung an. Der Substrathalter rotiert, damit wir uns gleichmäßig auf dem Substrat verteilen und für eine homogene Beschichtung sorgen. Für manchen Kollegen ist das eine Herausforderung, da vielen durch die Rotation schwindlig wird. Durch das vertikal gerichtete elektrische Feld treffen die Ionen senkrecht auf unser Target, während wir, als gesputterte Atome, mit der geringen Energie von rund 1eV das Target in alle Richtungen verlassen dürfen und auf dem Substrat kondensieren. Wir werden dabei von sogenannten Ionenkanonen unterstützt, damit wir auf dem Substrat noch näher zusammenrücken, uns verdichten. Durch die schon genannte Temperatur haften wir besser am Substrat und die Absorption ist geringer.

Für viele von uns bedeutet das Abenteuer und Freiheit, denn ab jetzt ist die Möglichkeit, in einem optischen Aufbau eingesetzt zu werden, zum Greifen nah. Dann haben es meine Kollegen geschafft. Ich kontrolliere, ob der Sputterprozess reibungslos verläuft aber wer weiß, vielleicht habe ich auch bald die Gelegenheit dazu, Teil einer Beschichtung zu sein. Es ist auf jeden Fall eine sehr interessante Tätigkeit.“

Der Schichtleiter gab am Ende des Interviews höflich zu verstehen, dass er nun weiterarbeiten müsse, da bald seine Schicht beginne und verabschiedete sich. Zum besseren Verständnis hinterließ er eine Übersicht zum Sputterprozess (siehe Bild unten).

VON ››

IN ›› Firmenbingo

IMPRESSUM | KONTAKT | DATENSCHUTZ

MASTER⁺…

…ist das Nachwuchsprogramm Photonik von OptoNet. Jährlich erhalten ausgewählte Masterstudierende die Chance, studienbegleitend an diesem einjährigen Programm teilzunehmen. Sie erhalten dadurch Zugang zu den Top-Unternehmen der Branche sowie exklusive Workshops & Trainings und erwerben damit eine optimale Startposition für ihre Karriere.
Mehr über MASTER⁺

Firmenbingo

Archiv

MASTER⁺ Partner

Weblinks